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Montag, 24. März 2008
Ausgestorben
Manchmal sehe ich sie noch, jene Art von Menschen, die es eigentlich nur in meiner Kindheit gab. In der Stadt fast unmöglich zu finden, auf dem Land, wenn man Glück hat. Jene gradlinigen Menschen, die jenseits der Zeit zu stehen scheinen.

Abenddämmerung. Eine offene Stalltür. In der Tür eine alte Frau mit Kopftuch, Kittelschürze und Gummistiefeln. Sie lehnt sich auf eine Mistforke. Scheint einen Augenblick auszuruhen. Guckt einfach. Nur so. Mein Opa hat manchmal auch so am Zaun gestanden und geguckt. Einfach nur so. Ein bisschen Rast an einem arbeitssamen und langen Tag.

Manchmal gab es Bänke vor den Bauernhäusern. An manchen Tagen saßen dann dort der Bauer und die Bauersfrau. Der Bauer gemächtlich eine Pfeife rauchend. Die Bäurin oftmals langsam einen Apfel schälend. Direkt vor Haus. Man sieht dort alles, was so passiert. Eigentlich passierte aber nie viel. Aber wenn, dann sieht man es. Und man wird selbst gesehen und gegrüßt, wenn jemand vorbeigeht.

Die Frau schält ihren Apfel und der Mann zieht an der Pfeife. Nichts, was diesem Bild mangelt. Nichts was man diesem Bild hinzufügen könnte.

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